Europa auf an Schuahbandln
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Das war sie also, meine Städtereise: Heiligenstadt, Josefstadt, Leopoldstadt, Donaustadt...oder so ähnlich jedenfalls. Ich habe viel gesehen und lustig wars auch. Zuerst war alles so einfach: Interrail! Doch dann wurde eine dekadente Luxusvariante daraus. Wie das?

Der Plan

Robert und ich hatten einen Plan: Europa in vollen Zügen zu genießen. Das war vorigen Herbst. Wir würden unterm Jahr schonmal dazu kommen die Reise gut zu planen. Das war der Plan...am 9. Juli - eine Woche vor Reisebeginn - haben wir uns dann zusammengesetzt um die unwichtigen Details auszuknobeln.

Die Planung

Wie lang hätten sie's denn gern? Zuerst hatten wir ja mal von einem Monat geredet. Dieser Zeitrahmen wurde später - durch großteils meine Schuld - zusammengestrichen auf ungefähr eine Woche. Da geht sich nunmal nicht viel aus. Zugfahren? Dauert zu lange. Fliegen! Ich verrate jetzt eine unbequeme Wahrheit: Fliegen ist schneller, stressfreier und billiger als lange mit dem Zug zu fahren. Es gibt nur einen klitzekleinen Nachteil: Ein Flugzeug ist wohl das schmutzigste Fortbewegungsmittel, das es gibt. Al, verzeih mir bitte!

Wir einigten uns schnell auf eine Reiseroute: Wien - Berlin - Amsterdam - Brüssel - Genf - Zürich. Alles mit dem Flugzeug, außer Amsterdam - Brüssel und Genf - Zürich. Die Dort-muss-man-aber-auch-mal-gewesen-sein-Städte sind jetzt nicht dabei, aber wir hatten ja auch nur wenig Zeit. Mehr zu den anderen Städten in dem neuen Plan. Die Quartiere wurden auch online schnell gebucht und schon war alles bereit für den Aufbruch.

Die Reise

Am 16. Juli gings dann los. Auf nach Wien, noch einen kleinen Abstecher in meine Wohnung und dann schwitzend zum Flughafen. Bald darauf hoben wir ab Richtung Berlin. Das Wetter war herrlichst, aber wahnsinnig heiß.

Berlin

Wir landeten am Flughafen Tegel und fuhren mit dem Bus in die Stadt, der dann auch prompt liegen blieb. Naja, gibt ja noch mehrere. Also mit dem nächsten dann zum Bahnhof Zoo und mit dem Zug zum Ostbahnhof. Dann bahnten wir uns schwitzend und mit einem kleinen Lied - 36° und es wird noch heißer - auf den Lippen den Weg zu unserem Quartier, dem A&O Hostel Berlin Mitte. Dort checkten wir ein, warfen unsere Sachen in die Ecke und raus auf die Straße und mit der U-Bahn zum Alexanderplatz.

Dort entdeckten wir den Berliner Fernsehturm, den wir bisher glatt übersehen hatten. Verschaffen wir uns erstmal einen Überblick! Schöne Aussicht. Danach gingen wir Richtung Spree / Unter den Linden und beäugten das Rathaus und vorallem den Neptunbrunnen davor. Puh! Gleich nach dem Rathaus trafen wir auf das Marx-Engels-Forum, DER sozialistischen Denkmalanlage Berlins. Bei der Oper sorgten wir für unser leibliches Wohl und fuhren in der dunklen Vorahnung eines anstrengenden Folgetages bald ins Quartier zurück. Am Alexanderplatz fanden wir ein Thermometer: 31°C um Mitternacht!

Bis jetzt war ich schonmal von Berlin begeistert. Die Stadt ist zwar eine einzige große Baustelle, aber wirklich sehr schön. Die Stadt wirkt neu, da im zweiten Weltkrieg viel zerstört und nach dem Mauerfall auch viel abgerissen wurde. Es scheint unendlich viel Raum zu geben und man nimmt sich diesen Raum auch. Repräsentative Bauten (z.B. im Regierungsviertel das Kanzleramt) strahlen eine Art modernen Prunk aus. Die vergangene Teilung in Ost- und Westberlin war für mich nicht sofort wahrnehmbar. Nicht so, dass man sofort sagen könnte: Das war mal Ost-Belin! Die Stadt ist wieder zusammengewachsen. Leider gibt es keinen einzigen Supermarkt in Berlin. Jedenfalls keinen, den ich entdeckt hätte. Bei uns gibt es ja an jeder Ecke einen Billa, Spar, usw. In Berlin anscheinend nicht. Vielleicht waren wir ja auch nicht in den klassischen Wohngebieten, wo man sowas brauchen würde?!

Reichstagsgebäude Karl Marx Allee Checkpoint Charlie Brandenburger Tor Eisbär Knut

Am nächsten Tag erfuhren wir dann die Höchsttemperatur vom Montag in Berlin: 36,4°C. 36° und es wird...aber lassen wir das! Jetzt waren die ganzen Must-See-Sehenswürdigkeiten dran: Checkpoint Charlie, Brandenburger Tor, ReichstagsGebäude (um politisch korrekt zu bleiben!), KaDeWe, Potsdamer Platz, um nur ein paar zu nennen.

Vom Brandenburger Tor war ich ein wenig enttäuscht. Auf Fotos sieht das immer viel größer und imposanter aus. Mein Empfinden kommt wahrscheinlich daher, weil dahinter eine Bühne aufgebaut war und man daher die überaus gerade und lange Straße des 17. Juni und den großen Stern nicht sehen konnte.

Danach war uns soo heiß und so legten wir uns faul in den Tiergarten (das was in Österreich Tiergarten heißt, ist in Berlin der Zoo; der Tiergarten ist ein Park), schauten noch beim Schloss Bellevue vorbei und aßen das eine oder andere Eis an der Spree.

Etwas fehlt doch noch? Ach ja: Knut! Aber der ist ja schon so groß! Der ist ja gar nicht mehr süß! Wuascht! Angschaut wird er! Gesagt, getan..Ab in den Zoo (Das was in Deutschland Zoo heißt, ist...eh schon wissen!) und so lange im Kreis gelaufen bis wir Knut endlich gefunden hatten. Eigentlich wars ganz einfach: Dort wo am meisten Leute waren. Ein paar andere Tiere waren auch noch im Zoo, ich weiß aber nicht mehr so genau welche das waren.

Nach unserem Zoobesuch war es auch schon wieder time to say goodbye und wir fuhren raus zum Tegel und platzierten uns in der Maschine nach Amsterdam.

Amsterdam

...denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget (Luk. 24,29). Nach unserer Ankunft am Luchthaven Schiphol fuhren wir mit dem Zug nach Amsterdam Centraal und machten uns auf die Suche nach unserem Quartier in der Prinsengracht. Am Abend ging sich noch die Erkundung der näheren Umgegend und ein Essen aus, der Rest musste auf den nächsten Tag verschoben werden.

Amsterdam hat bei mir einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Die Stadt an sich ist sehr schön mit den alten Gebäuden, den Kirchen (Ouide Kerk, Nieuewe Kerk, Westerkerk,...) und den Grachten (Herengracht, Keizersgracht, Prinsengracht, Singel). Andererseits verkauft sich Amsterdam eindeutig unter Wert an die Heerscharen von Touristen, die alle Coffeeshops durchprobieren wollen und das Rosse Buurt genauer unter die Lupe nehmen (Raam te huur!). So findet man denn auch einige Plätze, mit Bar an Bar, die sich im Wettstreit um die grellste Leuchtreklame messen.

Prinsengracht Alle Räder stehen still Hausgebootet Van Pommes Westerkerk

Was es in Amsterdam Fahrräder gibt! Ich glaube es gibt mehr Fahrräder als Einwohner, so wie es in Wien mehr Hunde als Gassi-Sackerln...Die Drahtesel sind wirklich sehenswert.

Am nächsten Tag spulten wir wieder unser Sightseeing-Programm (Anne-Frank-Huis, Heineken Brouwery, Vondelpark, Waterlooplein, Dam) ab und machten auch eine Rundfahrt auf den Grachten. Das war zwar eine sehr touristische Sache, aber dafür erfuhr man auch einiges über die Stadt. Der Kapitän wies die Passagiere noch darauf hin, dass an Bord Rauchverbot herrscht. Außer am Hinterdeck.

Dort können Sie rauchen was Sie wollen. Ja, wir sind hier in Amsterdam.
Eine längere Pause gönnten wir uns wieder am Museumsplein. Dort gibt es einen kleinen Park in der Nähe vom Rijksmuseum und dem Van Gogh Museum.

Diesmal ging es mit dem Zug weiter: nach Brüssel. Nur leider nicht mit demjenigen, mit welchem wir wollten. Warten! Was solls. Am Vormittag begann es zu regnen und somit verschwand das ungute Gefühl Amsterdam den Rücken kehren zu müssen fast vollständig.

Bruxelles

Um 14:30 kamen wir in Brüssel an. Der Schaffner im Zug hatte es geschafft alles in Niederländisch, Französisch, Deutsch und Englisch anzusagen. Da sollten sich einige Bahnbeamte bei uns mal ein Beispiel nehmen. Wir mussten uns ein Beispiel an den Sprintern nehmen, denn wir sollten am nächsten Morgen um 08:15 bereits wieder Richtung Genf abheben. Wir haben also ungefähr 10 Stunden Zeit, wenn wir auch noch etwas schlafen wollen. Das geht sich locker aus! Nachdem wir unsere Sachen im Hotel verstaut hatten, besorgten wir uns einen Stadtplan mit "Touristenroute" und gingen daran alles abzuarbeiten.

Quartier Leopold Grand Place Atomium Brüsseler Glas Saint Michel

Brüssel hat wirklich einiges zu bieten! Es gibt viel zu sehen und die Stadt ist echt schön. Einzig der Kontrast zwischen moderner Architektur (Glaspaläste) und den älteren Gebäuden ist teilweise ziemlich stark. Auf den Bildern sieht man was ich meine. Trotz der kurzen Zeit, die ich in Brüssel war, hat die Stadt einen bleibenden Eindruck auf mich hinterlassen. So wie es in Berlin anscheinend keine Supermärkte gibt, gibt es in Brüssel anscheinend keine Banken bzw. ATMs. Nach langem Suchen entdeckten wir schließlich einen am Grand Place, ansonsten wäre ich pleite gewesen.

Wir haben wieder einiges abgespult: Grand Place, Saint Niklas, Börse, Galerie du Roi, Saint Michel, Palais Royal, Mont des Arts, Notre Dame du Sablon, Männeken Pis, Atomium, Quartier Leopold. Nüchterne Aufzählung einer ebenso nüchternen Sightseeing-Tour.

Zum Abschluss ein Abendessen in der Nähe des Europäischen Parlaments und am nächsten Morgen mit der ersten U-Bahn nach Bruxelles-Central und zum Flughafen. Ab nach Genf! Am Flughafen kamen wir dann zum ersten Mal in die Passkontrolle. Die zwei Kontrollore nahmen meinen Personalausweis genau unter die Lupe. Der Eine murmelte was von

Osterreich
, woraufhin der Zweite mich ansah und meinte
Grüß Gott!
. Ich muss wohl ziemlich dämlich dreingeschaut haben, denn beide fingen an zu grinsen. Daraufhin brachte ich auch noch ein Grüß Gott heraus und ging dann weiter. Ja, Österreich ist in der Welt bekannt. Unglaublich eigentlich.

Zürich

Am Flughafen in Genf spürten wir schon die Auswirkungen der Yet another town-Krankheit. Diese Reiseerkrankung äußert sich durch plötzliche Müdigkeit, Lustlosigkeit und Desinteresse. Sie kann sich auch negativ auf die Handhabung einer Digitalkamera auswirken. Deshalb beschlossen wir gleich direkt mit dem Zug nach Zürich zu fahren. Diesmal hatten wir kein Quartier gebucht. Am Hauptbahnhof gingen wir deshalb zuerst zur Touristeninformation und ergatterten ein Zimmer im Etap-Hotel beim Technopark (hat nix mit Musik zu tun, übrigens). Lustigerweise war das der selbe Hotelkomplex in dem wir vor einigen Jahren - als wir ein paar Tage bei der UBS gearbeitet haben - auch gewohnt hatten.

Zürichsee Zürich ETH blickt auf Zürich Schwitzerdütsch Zürcher Großmünster

Zürich ist klein, aber fein. Eine Stadt am Zürichsee und in den Alpen - vergleichbar mit österreichischen Städten wie Innsbruck, Graz oder Salzburg. Nur ein wenig größer als diese, aber ganz anders als z.B. Berlin, Amsterdam oder Brüssel. Man fühlt sich gleich zuhause. Wahnsinnig viel anzusehen (an Sehenswürdigkeiten) gibt es nicht, da die Innenstadt recht klein ist. Wenn man auf einer TU studiert, muss man sich natürlich einmal die ETHZ anschauen. Leider waren wir an einem Sonntag dort d.h. wir konnten nicht in die Gebäude hinein - es wären auch sowieso Ferien.

Aufgrund unserer "Reiseerkrankung" reduzierten wir die Stadtrundgänge auf ein Minimum und legten uns stattdessen lieber an den Zürichsee (leider spielte das Wetter nicht immer mit), schliefen länger und gingen gut essen und auch mal ins Kino. Wir beschlossen auch schon einen Tag früher heimzufahren. So war die eine Woche also doch ausreichend. Ein Monat lang hätte ich das gar nicht ausgehalten, zumindest nicht 1-2 Tage pro Stadt und dann schon wieder weiter.

Vor der Abfahrt passierte noch was lustiges. Wir wollten uns mit Reiseproviant eindecken und gingen am Bahnhof einkaufen. Ich wollte ein Croissant/Kipferl haben und sagte zum Mann hinter der Theke:

Ein Kipferl bitte!
Er kapierte natürlich nicht was ich wollte, worauf ich hinzeigte. Er meinte dann lachend:
Ah...Croissant! Wienerli?
So schnell ist man durchschaut. Nach einer achtstündigen Zugfahrt kamen wir schließlich zuhause an. Dabei mussten wir zweimal umsteigen, aber das war auch gut so, denn sonst hätte ich die 8 Stunden nicht ausgehalten.

Der neue Plan

Ein paar Touristenmagneten wie Paris oder London standen jetzt nicht auf unserer Reiseroute. Unser neuer Plan sieht daher vor, dass wir uns mal an einem verlängerten Wochenende ausschließlich einer solchen Stadt widmen und dass wir nach Paris jemanden mitnehmen, der auch Französisch kann. Wie ging das noch? 'Allo, isch bin Pascal! Werbung ist wie Gelsen im Sommer... Mal sehen was aus unserem neuen Plan wird. Memo an mich: Planungen jedenfalls erst maximal 2 Tage vor Abreise beginnen.

So, das war doch mal ein schöner touristisch-ausführlich-langweilig-sehenswürdigkeiten-aufzählender Eintrag. Muss auch mal sein. Man möge mir verzeihen. Wenn ich beim Schreiben etwas gelernt habe, dann dass es bei Wikipedia wirklich zu jedem Scheiß einen Artikel gibt. Wer schreibt das alles eigentlich, hä?

Nochwas: Wenn Sie schon so weit gekommen sind und alles gelesen haben, ja dann können Sie auch gleich einen Kommentar hinterlassen. Das ist ja wohl das Mindeste!

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jaja...

auch ohne deinen letzten satz hätte ich das hier geschrieben!! Sticking out tongue

liest sich wie ein reisebericht im oe3-comedy-stil inklusive toller links und einer guten portion mike-sarkasmus. Smiling
fad wird einem somit nicht beim lesen!

ps: ist dir vielleicht schon aufgefallen, aber deine smileys gefallen mir! Laughing out loud

Mein Senf dazu...

Hallo Michael!

Der Bericht ist super. Interessant und lustig.
Da habt ihr euch ja auch einiges vorgenommen - kann mir vorstellen, dass das anstrengend war. Ich hab auch schon Städtereisen unternommen, aber immer nur 1 Stadt und dann 2-3 Tage. Und selbst das ist anstrengend, da man in so kurzer Zeit am liebsten alles ansehen möchte. Dafür kommt es einem dann so vor, als ob man 1 Woche dort verbracht hätte, was bei gerade mal 5 Urlaubswochen pro Jahr sehr vorteilhaft ist Eye-wink

Also ich würd mich sofort als eure Reisebegleitung nach Paris zur Verfügung stellen! Ich war schon mal dort, und will unbedingt wieder mal hin. Zwar spreche ich ebenso fast kein Wort Französisch, dafür kenn ich mich in der Stadt schon aus Eye-wink

Liebe Grüße aus Kärnten in die Steiermark (wenn es stimmt, was Bernhard mir erzählt hat)
Sandra

mein senf zu deinem senf...

muss mein schwesterherz korrigieren: unsere mittelmeerkreuzfahrt heuer hat 7 tage gedauert und wir haben in der zeit 7 städte besichtigt. hardcore-städtebesichtigung sag ich nur dazu! Eye-wink
lg
boernie

noch mehr senf...

Hast ja Recht! Aber wir hattens gemütlicher, da wir nicht jeden Tag zum Flughafen oder Bahnhof mussten und auch kein Hotel suchen mussten. Unser Zimmer hat uns sozusagen zu den vielen Städten begleitet, was uns viel Zeit und Stress erspart hat.
Aber es waren ja trotzdem 7 Städte in 7 Tagen quer durchs westliche Mittelmeer und dabei haben wir sogar einmal Europa verlassen und in Afrika angelegt!
Danke an mein Bruderherz für den Nachtrag Eye-wink
LG Sandra

Wie wärs mal mit Ketchup - zur Abwechslung?

Ja, wieso nicht? Mit oder ohne Französisch. Aber wie gesagt: Geplant ist noch nix! Smiling Der Bernhard sagt übrigens die Wahrheit. Grüße aus Graz!