Eine stürmische Nacht. Viele Leute - allesamt schwarz gekleidet - bahnten sich ihren Weg aus der schützenden Wärme der U-Bahn über den Stephansplatz in Wien, den der Sturm und die niedrigen Temperaturen beinahe leergefegt hatten. Sie alle eilten auf das Haus Stephansplatz Nr. 3 zu und verschwanden hinter einer schlichten Holztür auf der ein Zettel mit der einfachen Aufschrift "Chor" angebracht war. Was mag da vorgehen?
Schon gestern abend waren aus dem Stephansdom merkwürdige Klänge eines Orchesters und eines Chors zu hören gewesen, die einige Passanten angelockt hatten. Doch niemand brachte das außen am Dom hängende Transparent: "Mit Pauken und Trompeten! A. Bruckner - Te Deum, A. Dvořák - Serenade Op. 22 im Stephansdom, Samstag, 26.01.2008" mit diesen Ereignissen in Verbindung, obwohl - ja obwohl - dies die Nacht des 26. Jänner war. Da mochte es auch verwunderlich erscheinen, dass neben dem Hauptportal ein kleines Häuschen aufgestellt war, in dem offensichtlich Karten verkauft wurden. Nein, alle dachten nur daran, dass heute auf den Tag genau vor 296 Jahren am 26. Jänner 1712 - ein Dienstag - die Pummerin zum ersten Mal geläutet wurde. Ein denkwürdiger Tag also und doch sollte dies nicht das einzige denkwürdige Ereignis dieses Abends bleiben.

