Heute ist Datenschutztag. Dazu ein paar Anmerkungen und Zitate wie es in Österreich damit bestellt ist. Sie sind einem Artikel auf der ORF Futurezone entommen. Gleichzeitig muss ich mich auch fragen wie der Gesetzgebungsprozess in Österreich aussieht und ob hier nicht Anlass zur Sorge besteht, wenn Regierungen den Rechtsstaat systematisch aushöhlen?
Ein Zitat von Justizministerin Maria Berger (SPÖ):
Ich möchte schon darauf hinweisen, dass diese Ausgestaltung des Sicherheitspolizeigesetzes in der Begutachtung von meinem Ministerium abgelehnt worden ist. Man fand daraufhin andere Wege, das Gesetz doch so zu gestalten...Eine Bankrotterklärung an die Regierung! Die Ministerin möchte wohl auch die eigene Partei besser dastehen lassen, als sie es verdient hat. Die SPÖ hat schließlich bei der Novellierung des SPG fleißig mitgewirkt.
Eine unbeantwortet gebliebene Frage von Journalisten:
Der Datenschutztag 2008 wird hier im Bundeskanzleramt begangen, die Vertreter der Datenschutzkommission sind Beamte des Bundeskanzleramtes ohne eigenes Budget. Wann wird sich eine österreichische Bundesregierung dazu entschließen, nach mehr als einem Jahrzehnt der Säumigkeit die Auflagen der EU-Datenschutzrichtlinie von 1997 zu erfüllen, die nun einmal besagen, dass für den Datenschutz eine finanziell und politisch unabhängige Aufsichtsbehörde zu schaffen sei?Das macht eigentlich sprachlos.
Dazu perfekt passend eine Karikatur von Oliver Schopf, die im Standard erschienen ist:
Quelle: oliverschopf.com
Was tut sich eigentlich bei der Initiative SOS Überwachung? Im Internet haben schon mehr als 20.000 Menschen unterschrieben. Nun will die Initiative auch auf der Straße um Unterschriften werben. Die Initative wird zwar von den Grünen getragen, aber es haben sich zahlreiche unabhängige Experten angeschlossen. Als Ziel soll sich der Innenausschuss im Mai mit der Novelle befassen. Provider prüfen die Möglichkeit einer Verfassungsklage.
Update: im Platter Blog auf platterwatch.at steht auch was dazu. Dort wird behauptet:
Platter [Anm.: Günther Platter (ÖVP), Innenminister], Parnigoni [Anm.: Rudolf Parnigoni (SPÖ), Vorsitzender des parlamentarischen Innenausschusses], Wögerbauer [Anm.: Harald Wögerbauer (ÖVP), Vorsitzender des Datenschutzrates und stellv. Klubdirekter der ÖVP] und Maier [Anm.: Johann Maier (SPÖ), Datenschutzsprecher] heißen die vier Sargnägel des österreichischen Datenschutzes.


Datenschutz und Tauschhandel
Spannend zum Weiterlesen:
"Im Internet geben immer mehr Nutzer – zumeist freiwillig – ihre letzte Intimität preis. Dabei sind die privaten Daten des Einzelnen mittlerweile zu einer profitablen Währung im World Wide Web geworden. Zwar werden zahlreiche Online-Dienste als kostenlose Angebote beworben – gratis sind sie deshalb allerdings noch lange nicht.
Längst sind die Internetnutzer mehr als nur Konsumenten; ihre privaten Daten selbst werden zur wichtigsten Ressource einer sich neu orientierenden Werbeindustrie. Über die weitergegebenen Informationen verlieren die Nutzer nicht nur vollständig die Kontrolle; vielmehr werden die Bürgerinnen und Bürger regelrecht ihrer Privatsphäre enteignet."
http://blaetter.de/artikel.php?pr=2766
Stimmt, sehr interessant.
Stimmt, sehr interessant. Über den allmächtigen Google-Konzern ist schon viel philosophiert worden. Ob die Bedrohung wirklich so groß ist, darüber kann man streiten. Man darf sie jedoch nicht herunterspielen. Grundsätzlich ertappe ich mich selber auch immer dabei, dass ich mit meinen Daten im Internet zu freizügig bin.
leider...
...dürfte das vielen so gehn. ich selbst bin auch einer derjenigen, die in letzter zeit mehr darauf achten, was sie im internet über sich preisgeben. doch das ist oft gar nicht so leicht!
sobald man eine eigene homepage hat und durch google relativ einfach gefunden werden kann, ist man sowieso schon sehr schlecht dran, denn das gesetzt schreibt einem ja vor im impressum seinen vollständigen namen + der adresse preiszugeben. dies ist zwar super, um gegen rechtsverstösse leichter vorgehen zu können, macht es dem website-besitzer aber relativ schwer noch halbwegs anonym zu bleiben...
wo die zeit uns noch hinführen wird, bin ich echt schon gespannt! was mich auch noch interessieren würde ist, ob diese unterschriften-sammel-aktion dann auch was gebracht hat. man darf gespannt abwarten...
Naja, das stimmt nicht ganz.
Naja, das stimmt nicht ganz. Bei privaten Webseiten ist man nicht verpflichtet seine vollständige Adresse bekanntzugeben, ich mache das ja auch nicht. Gegen die Bekanntgabe meines vollständigen Namens habe ich eigentlich nicht viel, ich schreibe nicht soviel privates, dass es ein Pseudonym rechtfertigen würde und ich kann ganz gut zu meinem Geschreibsel stehen - freie Meinungsäußerung und so.
Was SOS Überwachung angeht: Vor kurzem waren sie ganz massiv vor der Uni in Wien vertreten. Man muss ja seine Hauptzielgruppe bedienen.
Falls der eine oder andere Durchbruch erzielt wurde, werde ich natürlich wieder darüber berichten.